| Verurteilt und abgestempelt |
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| Montag, den 04. Mai 2009 um 18:54 Uhr | |||
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Taten statt großer Worte! Seit zwei Wochen bin endlich ein Verbrecher, mit Brief und Siegel. Der Staat gegen mich. Acht Monate Freiheitsentzug. Da ich zwar Wiederholungstäter, aber vorher noch nicht straffällig war, hat man mir eine Bewährung zugesprochen. Drei Jahre darf ich nicht straffällig werden. In Deutschland! Da tritt man aus der Haustüre raus in den erstbesten Staatsrechtsbruch rein... Grund meiner Verurteilung: Marihuana-Abfall, Menge: zirka der Inhalt einer 0,33l-Flasche Bier. 11,49 gr. reines THC, extrahiert aus 360 Gramm Blättern der cannabis sativa. Selbstverständlich selbst gezüchtet! In Hessen hätte man den hessischen Landesbürgern die Gerichtskosten erspart: ich war voll geständig, habe alles an die Staatsgewalt abgegeben, eine Verzichtserklärung über die Pflanzenreste und die Aufzuchtlampen abgegeben. Ich hatte kein abgepacktes und schon gar kein "hochprofessionelles" Naturheilprodukt im Haus. Der Effekt, das "Rauschgift" zu konsumieren, wäre in diesem Fall ein ziemlich starker Chlorophyll-Schock gewesen ähnlich dem, ein Stück Gartenhecke zu rauchen. In unserem Frei statt Bayern dagegen werde ich genauso beurteilt wie ein professioneller Drogendealer, der sein Geld mit dem Verkauf von gummi- und kameldungvermischtem Hasch an Kinder und Jugendliche verdient. Das klingt verbittert - das ist es auch. Nicht, dass ich mit dieser Strafe nicht zurecht komme (übrigens kommt nach der Strafbehörde noch die Verwaltungsbehörde, die eventuell meine Fahruntauglichkeit nachzuweisen wünscht). Ich komme mit den Bayern nicht zurecht. Dieses duckmäuserische Volk völlig erstaunter Vollidioten, das ganz brav still hält, obwohl hier doch wirklich nichts mehr passt. Und zwar nicht nur mir nicht: den meisten, die man fragt, geht es genau so! Aber fein: Jesus und seine Jünger, Gandhi, Luther, Galileo - um nur einige der Bekanntesten der Millionen Legionen von Nonkonformisten zu nennen - hatten auch die größten Probleme mit ihren kleinkarierten Mitbürgern. Deswegen adelt mich diese Strafe schon in meinen Augen - ganz im Gegensatz zu den Großverbrechern Kohl, Schröder, Ackermann und asozialer Wirtschaftsverbrechern aller anderen Coleur. Bedauerlich nur, dass jeder in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis das Urteil für unangemessen hoch und übertrieben betrachtet - und nicht einer den Mund mehr aufmacht.
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Mai 2009 um 18:58 Uhr |



